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Quelle: Frau Jäkel
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Nach nunmehr 5 Jahren verlässt unsere Schulbibliothekarin, Frau Jäkel, das RSG. Zum Abschied haben wir nochmal ein Interview mit ihr geführt.


Für alle, die Sie eventuell noch nicht kennen, stellen Sie sich doch bitte nochmal kurz vor.

Liebe Schülerinnen und Schüler,
ich bin die Mitarbeiterin in der Schulbibliothek. Mein Name ist Beate Jäkel und ich arbeite in der Schulbibliothek seit Februar 2016. Da das aber eine bedingte Maßnahme ist, d.h. diese Maßnahme läuft nur über einen gewissen Zeitraum, ist diese Maßnahme leider im Februar 2021 beendet, sodass ich mit schwerem Herzen, mit tränendem Auge, euch leider verlassen muss.

Wie lange waren Sie nun als Bibliothekarin bei uns an der Schule?

Also 5 Jahre ging die Maßnahme und sie ist leider zu Ende. Wir haben gekämpft darum – schon seit 2017 – , dass die Maßnahmen verlängert werden. Wir haben auch 2017 eine Petition an den Stadtrat geschickt, aber leider, nun auch bedingt durch die Pandemie, ist das alles in einem Schreibtisch liegen geblieben, ist nicht weitergeführt wurden, sodass es also dann tatsächlich zu Ende geht. Leider!

Was hat Ihnen denn in den 5 Jahren an unserer Schule die meiste Freude bereitet?

Die Arbeit mit euch, liebe Schülerinnen und Schüler. Die Zusammenarbeit mit euch hat mir so viel Freude bereitet!

Ich arbeite gerne mit jugendlichen Schülern zusammen. Mein Sohn, der ist 17, sodass das also alles wunderbar gepasst hat und ich bin ja auch ehrenamtlich im Jugendweiheverband tätig. Dort habe ich also auch wieder mit Jugendlichen zu tun.

Die Zusammenarbeit mit euch war wunderbar. Ich danke euch allen, dass ihr mich akzeptiert habt und dass ihr mich nicht auf die Probe gestellt habt. Also da gab es keine Hindernisse und durch eure Hilfe konnte auch der Bestand, der Medienbestand in der Schulbibliothek, qualitativ und quantitativ enorm gesteigert werden. Ihr habt mir viele Tipps gegeben an Fach- und Sachbüchern, die ihr gerne noch in der Bibliothek haben möchtet. Die habe ich auch bestellt.

Das Vertrauen, was ihr mir entgegengebracht habt die ganze Zeit, das beruhte auf Gegenseitigkeit. Das war auch super!

Was war Ihr schönstes Erlebnis in diesen 5 Jahren?

Das schönste Erlebnis war tatsächlich eine Veranstaltung, die ich mit der Klasse von Herrn Bretschneider gemacht habe und zwar einen Leseabend in der Bibliothek. Da haben wir Pizza bestellt, da haben die Schüler Gemüse und Obst mitgebracht, die Eltern haben Getränke gespendet.

Wir haben aus einem bestimmten Buch gelesen, welches Herr Bretschneider ausgesucht hat. Das war eine 5. Klasse. Und die Schüler kamen doch tatsächlich mit Zelten.

[*LACHT*]

Dort wurden Lichter dran gemacht und ich habe den großen Raum in der Schulbibliothek auch vorbereitet, habe alle Tische beiseite gestellt und habe kleine Ecken vorbereitet mit kleinen Lichtern. Dann hatten die Schüler dort eine halbe Stunde Zeit, sich mit dem Buch zu befassen, sodass die Schüler sich alle zurückgezogen haben in ihre Zelte und Kuschelecken, haben das Buch angelesen und danach haben wir eine Buchbesprechung gemacht.

Nachdem wir damit fertig waren, haben wir uns Pizza bestellt (mehrere große Familienpizzen). Die kam auch pünktlich. Dann haben wir gemütlich Pizza gegessen und getrunken und uns unterhalten und zum Schluss gab es noch Sternchenfeuer am Tor. Die Eltern haben dann am Abend, 21:00 Uhr, ihre Kinder wieder abgeholt.

Das war mein schönstes Erlebnis.

Das klingt doch nach einem schönen Abend und es waren mit Sicherheit auch nicht die letzten Pizzen, die in die Schule bestellt wurden.

Was ist denn Ihr schlimmstes Erlebnis aus diesen 5 Jahren?

Da habe ich keins. Ich kann dir keins benennen.

Es war wirklich eine wunderbare Zeit. Es gab überhaupt gar kein schlimmes Erlebnis.

Eine Anekdote kann ich erzählen, vom Anfang. Die Schüler sind jetzt bestimmt auch schon raus, wenn nicht erkennen sie sich bestimmt wieder: Da wurde dann mal getestet, inwiefern im Computerraum Remmidemmi gemacht werden kann und trotz mehrerer Ermahnungen wurde dann auf die Tastatur gehauen und laut gemacht und hast du nicht gesehen. Da habe ich aber dann kurzerhand den Raum abgeschlossen, keiner durfte mehr rein.
Die nächste Pause, der nächste Tag. Ja: „Warum? Warum?“ und ich sage: „Weil ihr nicht auf meine Anordnung gehört habt, weil ihr weiter Remmidemmi gemacht habt. Wenn ihr den Schuldigen sucht, der euch immer wieder angestiftet hat, dann soll derjenige herkommen, sich bei mir entschuldigen und dann mache ich auch den Computerraum wieder auf.“ 
Dann ging das ganz schnell. Da kamen dann gleich zur nächsten Pause die Übeltäter, haben sich bei mir entschuldigt, dass sie so laut gemacht haben, dass das nicht wieder vorkommt und dass in Zukunft auf meine Anweisungen gehört wird.

Dann habe ich den Computerraum wieder aufgeschlossen und das war auch das Einzige in den ganzen 5 Jahren. Das war ganz am Anfang. Sonst war alles super!

Haben Sie noch eine abschließende Botschaft an unsere Leser*innen?

Ja: Habt weiter ein solches Interesse, Bücher zu lesen, euch mit den Medien der Bibliothek zu beschäftigen, so wie ihr das in den letzten 5 Jahren gemacht habt. Nutzt auch die Bibliothek für Veranstaltungen. Vielleicht könnt ihr da auch bei meinem Nachfolger mal nachfragen, ob es möglich wäre, mal Autoren in die Bibliothek zu bekommen.

Die Bibliothek ist stark benutzt worden. Ich hatte teilweise in den Pausen über 70 Schüler in der Bibliothek. Das ist alles prima gewesen. Aber vielleicht, wenn dann auch die Pandemie vorüber ist und wenn finanzielle Mittel von der Stadt Leipzig dann eventuell noch bereitgestellt werden, nutzt wirklich die Bibliothek, um da Veranstaltungen zu machen, um da auch von außen Leute einzuladen! Da gibt es vielfältige Möglichkeiten.

Ich hoffe, dass mein Nachfolger euch auch ins Herz schließt, ein gutes Verständnis für euch hat und dass ihr eine gute Zusammenarbeit mit meinem Nachfolger haben werdet. 

Das hätte vermutlich niemand besser sagen können. Vielen Dank für das Interview. Die Jahre mit Ihnen haben uns allen viel Freude bereitet und wir wünschen Ihnen alles Gute (vor allem viel Gesundheit!) für die folgenden Jahre, dass Sie diese Pandemie gut überstehen.

Danke! Das wünsche ich euch auch und ich drücke die Daumen, dass es irgendwie nächstes Jahr weitergeht mit dem normalen Schulunterricht. Es ist nun mal so eine Zeit, da müssen wir durch, da halten wir zusammen. Macht das Beste draus, bleibt gesund und vergesst mich nicht! [*lacht*]

Ich wünsche euch alles Gute! Viel Erfolg beim Abi! Ich drücke euch allen ganz fest die Daumen.

Desideria Hamann, Sebastian Schneider

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