Schule in aller Welt – Irland
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Schule in aller Welt – Irland

Stell dir vor, du wärst in der fünften oder sechsten Klasse und bist trotzdem noch in der Grundschule. Du bräuchtest dir früh keine Sorgen um deine Kleidung zu machen, denn du würdest auf jeden Fall eine Schuluniform tragen. Du hättest bereits seit der ersten Klasse keinen Ranzen, sondern eine Schultasche oder einen ganz normalen Rucksack für die Schule. Außerdem würde der Unterricht meistens erst 9 Uhr beginnen und 16 Uhr enden. Dann könntest du in Irland sein. Wie man merkt, gibt es zwischen Irland und Deutschland doch mehrere Unterschiede. Interessant ist, dass die Noten von A, welche die beste Note ist, bis F, welche die schlechteste Note ist, gehen.

In Irland ist das Schuljahr in Trimester geteilt. Das erste Trimester geht von Anfang September bis zu den Weihnachtsferien, das zweite von Anfang Januar bis Ostern und das dritte Trimester beginnt nach Ostern und geht bis Mai oder Juni. Das Ende des Schuljahres ist abhängig von der Klassenstufe und ob noch Abschlussklausuren geschrieben werden.

Bisher finde ich alles sehr interessant und gut. Was mir nicht so gut gefällt, sind die Unterrichtszeiten. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich bin da so einer, der sagt, lieber fange ich beizeiten an und habe dafür auch früher Schluss. Ein anderer Punkt, von dem ich eher nicht so begeistert bin, sind die wenigen Pausen. Man hat nämlich 3 Unterrichtseinheiten. Danach sind 15 Minuten Pause. Anschließend hat man wieder 3 Unterrichtseinheiten und dann gibt es eine große Pause von 30 – 40 Minuten. Übrigens hat eine Unterrichtsstunde nur 40 Minuten.

Als Schüler in Irland geht man zunächst 6 Jahre auf die Primary School, welche mit der Grundschule verglichen werden kann. Danach muss man sich entscheiden, ob man auf die Community School, wo der Fokus auf eine Kombination aus traditionellen Fächern mit praktischen, technischen und berufsbezogenen Fächern gelegt wird, auf die Vocational School, wo der Schwerpunkt auf der Vermittlung technischer und berufsbezogener Inhalte liegt oder auf die Voluntary Secondary School, welche viel Wert auf die Entwicklung akademischer Fähigkeiten legt, geht. Die Voluntary Secondary School kann man gut mit dem deutschen Gymnasium vergleichen, weshalb ich dazu noch ein bisschen mehr erzählen werde. Die ersten drei Jahre ist man im Junior Circle, welcher Ähnlichkeiten zur Sekundarstufe 1 hat. Die Schüler wählen 7 -10 Fächer pro Schuljahr, wobei Mathe, Englisch, Geschichte, Geografie und Politik Pflicht sind. Dazu kommen meistens noch eine moderne Fremdsprache, Wirtschaft, Kunst und eine Naturwissenschaft. Abgeschlossen wird der Junior Circle mit dem Junior Certificate, welches mit unserem Realschulabschluss zu vergleichen ist. Danach geht es mit dem Senior Circle weiter, welcher mit der Sekundarstufe 2 verglichen werden kann. Das erste Jahr im Senior Circle ist dazu gedacht, dass man neue Fächer ausprobiert, ein Praktikum absolviert und dass man Erfahrung für seine persönliche und soziale Entwicklung sammelt. Im zweiten Jahr entscheidet man sich dann für seine Abschlussfächer, wobei nur noch Mathe und Englisch Pflichtfächer sind. Zusätzlich muss man noch 4 – 5 andere Fächer wählen. Alle Abschlussfächer werden als lower level und higher level angeboten, was mit dem Grund- und Leistungskurs bei uns gleichgestellt werden kann. Der Senior Circle wird mit dem Leaving Certificate abgeschlossen, welches einen berechtigt, eine Hochschule zu besuchen. Allgemein finde ich das ganze Schulsystem in Irland sehr interessant, gut durchdacht und schön. Vor allem mag ich die Idee, dass ich, bis auf ein paar Pflichtfächer, meine Unterrichtsfächer in der Voluntary Secondary School aussuchen kann.

Zum Schluss des zweiten Teiles der Reihe habe ich noch eine Bitte an euch. Werft bitte eure Antworten zu folgenden drei Themen in den Schülerzeitungsbriefkasten oder schreibt mir eine E-Mail an andreas.boettge@rsg.lernsax.de.

  1. Interessiert euch dieses Format überhaupt?
  2. Gibt es Länder über die ich eurer Meinung nach schreiben sollte?
  3. Habt ihr irgendwelche Verbesserungsvorschläge für dieses Format?

Vielen Dank dafür.

Von:
Andreas Böttge

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