Wer sitzt eigentlich in unserem Sekretariat?
Links: Frau Aust, Rechts: Frau Raubold // Foto: Sebastian Schneider
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Romy Aust

  • Geburtstag: 1975
  • Familie: verheiratet, eine Tochter
  • Hobbys: Sport, Musik, Konzerte, Kultur, Essen gehen, Freunde treffen
  • Seit wann an der Schule: 13. Februar 2017

Warum haben Sie sich für diesen Job an unserer Schule entschieden?

Also, ich habe mich gar nicht für diese Schule entschieden, sondern das wird so gemacht, dass man sich bei der Stadt Leipzig bewirbt, wenn so eine Stelle ausgeschrieben ist und man wird dann einer Schule zugeteilt – also ich wusste, bis ich einen Fuß in diese Schule gesetzt habe, nichts über das Robert-Schumann-Gymnasium, das muss ich jetzt verraten, aber ich bin sehr froh, dass ich hierhergekommen bin.

Was sind die wichtigsten Bestandteile Ihrer Arbeit?

Schülerangelegenheiten. Das ist von „wir machen die Schulanmeldungen“ bis „wir machen die Zeugnisse, wenn ihr geht“ und alles was dazwischen passiert, also dass ihr Bücher habt, dass ihr Toilettenpapier habt, dass ihr eine Schulbescheinigung bekommt – dass ihr überhaupt irgendwas habt zum Arbeiten, dass eure Stundenpläne stehen (oder auch nicht), nun gut, das ist in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, aber dass ihr eure Kurse und eure Fremdsprachen bekommt. Also alles rund um euch – das ist das Wichtigste.

Welcher Teil Ihrer Arbeit gefällt Ihnen am besten?

Ja, tatsächlich mit Schülern und mit Eltern das Gespräch führen und zusammen arbeiten, deswegen finde ich es schade, dass der Tag der offenen Tür nicht stattgefunden hat. Solche Ereignisse machen mir großen Spaß. Auch die Beratung und Fragen im Alltag klären – Probleme lösen finde ich ziemlich gut.

Und das Gegenstück: Was macht mir keinen Spaß? Haushalt. Das ist ein sehr großer Bereich und ich würde mal sagen, das ist nicht so mein Schwerpunkt, aber den braucht man natürlich, denn von dem Geld, das wir hier haben, leben wir alle. Ohne Toilettenpapier ist blöd.

Wie beeinflusst die aktuelle Situation Ihre Arbeit bzw. wie arbeiten Sie momentan?

Deutlich ruhiger. Ich war noch nie so entspannt, denn natürlich, wenn nur 11. und 12. im Haus sind, also wenn 500 Schüler fehlen, das merkt man ganz extrem. Oder jetzt die ganzen Schulanmeldungen laufen postalisch, also fällt einfach der ganze persönliche Kontakt um 80% weg. Da sind die vielen Unterbrechungen, die es auch schwierig machen, also wenn zum Beispiel das Telefon klingelt oder jemand im Sekretariat steht, das fällt einfach weg.

Es ist deutlich ruhiger auf der einen Seite, aber es ist ein Mehraufwand an Organisation auf der anderen Seite.

Gerade weil wir Testschule sind, also die freiwilligen Schnelltests für die Großen, das ist Organisation, die mobilen Endgeräte, die an viele Schüler herausgegeben wurden, das ist einfach mehr an Organisation. Wir hatten ja gerade diesen wunderbaren Wasserschaden, da sind auch viele Abteilungen in der Stadt involviert.

Aber prinzipiell ist es deutlich ruhiger.

Wie war Ihre eigene Schulzeit?

Ich bin gern zur Schule gegangen. Ich hatte meistens viel Spaß und ich war ein Wende-Schulkind, das war also sehr spannend und aufregend. Ich war in der achten Klasse, als die Wende kam, also hatten zum Beispiel die Jugendweihevorbereitungen sozialistisch angefangen und nicht-sozialistisch geendet – sehr interessant und spannend. Wir sind mit der neunten Klasse als erstes in einem Kurssystem aufs Gymnasium gekommen – wir waren die Versuchskaninchen in Sachsen – das war auch sehr interessant für die Lehrer und uns Schüler. Das war eine aufregende und verrückte Zeit , weil auch keiner wirklich wusste, wo die Reise hingeht. Es gab vorher kein Kurssystem, es gab vorher keine Klasse neun im Abitur, wir sind danach wieder in eine neue Schule umgezogen, um das von Klasse fünf bis 12 zu machen.

Ich bin gern gegangen, aber ich habe nicht gern Mathematik gemacht – ich bin kein Naturwissenschaftler, also Katastrophenleistung, aber Sprachen. Wir hatten das erste Mal eine Möglichkeit, mit dem Kurs nach England zu fahren, was für euch komplette Routine ist – es war Wahnsinn! Das kannte ich aus dem Fernsehen und plötzlich stehst du da in London und bist erschlagen. Das war ganz toll, denn du hast plötzlich Sachen erleben dürfen, die für eine sechzehnjährige, für die das weiteste bisher die Tschechei war, großartig waren.

Was waren Ihre Hass- bzw. Lieblingsfächer?

Also Hassfächer Chemie und Mathematik. Lieblingsfächer Deutsch, Geschichte und Englisch.

Wie würden Sie Ihre Biografie beginnen?

Das ist eine interessante Frage… Jetzt müsste ich bestimmt irgendeinen schlauen Spruch bringen – Herr Büssow würde sofort einen wissen. Ich glaube etwas wie: Leben ist, was passiert, während du planst. Das habe ich gelernt, also man kann ganz viel planen, aber die Dinge, die das Leben passieren lässt, machen alles ganz anders. Das ist mir ganz oft passiert.

Wie sieht für Sie ein perfekter Samstag aus?

Ausschlafen – ich hab ein kleines Kind, also das mit dem Ausschlafen mache ich seit fünf Jahren nicht mehr, ich weiß nicht mehr, wie das geht. Ein ausgedehntes Frühstück auf meiner Terrasse mit meiner Familie, gern ein Ausflug ans Wasser – ich liebe das Wasser und paddeln. Ein Besuch beim RB Leipzig, gern gegen Bayern München oder Borussia Dortmund und wir machen sie selbstverständlich platt.

(Frau Raubold fängt an laut zu lachen)

Ja die Kollegin ist Bayern München Fan… Ihr dürft gern lachen.

Dann würde ich abends auch gerne schön Essen gehen mit meinem Mann und mal wieder was Kulturelles machen, also ein tolles Konzert oder ein Kinobesuch – irgendetwas Schönes hintendran. Das wäre mal wieder schön.

Das Kind ist übrigens inzwischen bei der Babysitterin! Also ich will sie nicht ins Bett bringen müssen! Das wäre ein perfekter Samstag.

Constanze Raubold

  • Geburtstage: 1981
  • Familie: eine Tochter
  • Hobbys: Sport, Gartenarbeit
  • Seit wann an der Schule: September 2020

Warum haben Sie sich für diesen Job an unserer Schule entschieden?

Ich habe ursprünglich 2018 angefangen, also, da habe ich mich bei der Stadt Leipzig als Schulsachbearbeiterin beworben und dann wurde ich einer Schule zugeteilt, bei der die Schulsachbearbeiterin fehlte. Da habe ich schon ein paar Schulen hinter mir und jetzt, nach der Babypause, habe ich im September wieder angefangen und bin als Krankenvertretung für Frau Ortleb hierhergekommen, war ursprünglich für zwei Monate ein Springer, also ich war auch zwei Monate an einer Oberschule und einer Grundschule unterwegs, habe somit die verschiedenen Schulsysteme gesehen und muss sagen, ich möchte doch lieber an einem Gymnasium sein und nicht an einer Grundschule oder Oberschule.

Was sind die wichtigsten Bestandteile Ihrer Arbeit?

Also, die wichtigsten Bestandteile, Frau Aust hatte ja schon viele genannt, und es ist tatsächlich das Arbeiten mit Eltern und Kindern und nicht einfach nur im Büro sitzen, irgendwelche stupiden Arbeiten machen und niemanden sehen, ich brauche schon in diesem Sinne „Kundenverkehr“.

Ist das der Teil ihrer Arbeit, der Ihnen am besten gefällt?

Ja natürlich, weil da auch viel Anderes passiert und wenn dann gerade durch Corona die vielen Schüler fehlen und sich vielleicht ein bis zwei am Tag blicken lassen, ist das schon traurig.

Also gefällt es Ihnen nicht so sehr, wenn Sie wenig Kontakt mit anderen haben?

Genau, weil’s dann einfach nur Büroarbeit ist, also einfach dasitzen und schreiben. Vielleicht mal telefonieren.

Wie beeinflusst die aktuelle Situation Ihre Arbeit?

Ich denke, die Situation ist für uns alle nicht sehr einfach, wir sind alle irgendwo alleine und müssen für uns selber irgendwas alleine erarbeiten, bzw. ihr Zuhause irgendwas lernen. Klar, man kann sich schreiben, aber reicht denn schreiben? Reicht denn telefonieren? Also mir persönlich nicht. Ich habe gerne Jemanden persönlich gegenüber, um mit dem zu reden. Mir fehlen meine Freunde, Bekannte und Familie. Familie sieht man ja doch noch irgendwie, aber auch nicht so oft, wenn sie halt nicht in Leipzig oder Umgebung wohnen. Ich denke, das ist schon für alle ein hartes Los.

Wie war Ihre eigene Schulzeit?

Ich bin tatsächlich auch ein Wendekind, allerdings bei mir war das dann von der 3. zur 4. Klasse, dass Ostdeutschland von DDR zu BRD gegangen ist. Inklusive war ein Wechsel der Schulleitung und was soll ich sagen… Man hat die meiste Schulzeit normal mit Profilunterricht verbracht – Klassenfahrten waren aber auch nicht so viel. Wir hatten in der vierten eine Abschlussfahrt, also Abschluss von der Grundschule und dann damals in der neunten und zehnten Klasse, wo wir alt genug waren, weil tatsächlich auch zu meiner Schulzeit teilweise Lehrer gefehlt haben, wurde immer alles zusammengelegt.

Wie würden Sie Ihre Biografie beginnen?

Hmm… Meine Biografie… „Mein Name ist“, ist ein bisschen langweilig. Wie wäre es denn mit: „Vor ein paar Jahren…“

Wie sieht für Sie ein perfekter Samstag aus?

Es wäre mal an der Zeit, ausschlafen zu können, aber mit Kleinkind geht das einfach nicht. Also, der perfekte Samstag ist ein gemeinsames Frühstück, bei dem man vielleicht danach das Kind nicht abputzen und umziehen muss, weil gekleckert wurde. Natürlich spazieren gehen, wenn schönes Wetter ist und die Sonne genießen. Ich wohne jetzt in der Nähe eines Sees, also ist es schön, dort hinzugehen und das Wasser zu genießen. Ein schöner Mittagsschlaf gehört auch dazu, denn wenn man nicht ausschlafen kann, dann braucht man manchmal ein bisschen mehr Schlaf, den man von der Woche nachholen muss. Und abends fehlt mir das Zusammensitzen mit Freunden, Bekannten und Familie, also ein schönes Abendessen mit einem Gläschen Wein dazu. Wenn es nicht so warm ist, vielleicht ein schönes Lagerfeuer.

Frau Aust: Sie hat’s sich nicht getraut zu sagen, aber sie würde auch zum Fußball gehen und sich wünschen, dass Bayern München gewinnt. Ich weiß es ganz genau!

Vielen Dank für das Interview!

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