• Name:  Jeannette Raupach
  • Fächer: Russisch, Englisch, GRW
  • Geburtstag: 20.06
  • Familie: 2 Kinder
  • Hobbies: Fahrrad fahren, Schwimmen, Tischtennis, Musik hören, Konzerte besuchen, Burgen besichtigen, neue Orte entdecken, Bücher lesen
  • Lieblingsfarbe: grün
  • Lieblingsessen: Alles mit Klößen
  • Lieblingsmusik: Genesis, Jethro Tull, The Purple, Pink Floyd, Sunrise Avenue, Coldplay, italienische Opern
  • Lieblingsbuch/-genre: englischsprachige Kriminalromane
  • Lieblingstier: Schlange

Warum haben sie sich dazu entschieden Lehrerin zu werden?
Eigentlich wollte ich ja nicht Lehrerin werden, sondern Juristin. Aber wie das Leben so gespielt hat ist dann  meine Tochter zur Welt gekommen und da musste ich natürlich gucken, wie ich das unter einen Hut kriege. Dann habe ich halt überlegt: Okay, du hast Verantwortung für ein Kind und du brauchst viel Zeit. Also hab ich dann darüber nachgedacht, was ich besonders gut kann und das waren halt Sprachen. Das fiel mir leicht und da habe ich vermutet, dass ich es im Studium etwas leichter haben würde und so die Balance zwischen meinem Kind und dem Studium finde. Außerdem gab es zu DDR-Zeiten nicht so viele Varianten von Berufen die man mit Sprachen gekoppelt machen konnte. Dolmetscher war schwierig, weil man sich nicht aussuchen konnte in welcher Sprache man dolmetschen möchte und dieses Risiko wollte ich nicht eingehen, da es auch Sprachen die ich nicht so unbedingt machen wollte. Lehrer sind zu DDR-Zeiten auch gefördert worden und danach wurde gefragt also hab ich mir gesagt, na gut, dann werde ich jetzt Russisch-Englischlehrerin.
 
Was war Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Logischerweise habe ich sehr gerne Russisch gemacht und war auch an einer Schule mit erweitertem Russischunterricht, das war die Uhlandschule, damals die 42.POS (Polytechnische Oberschule). Da hatte man dann ab der dritten Klasse Russisch-Unterricht. Ab der 9. Klasse hat man dann eine Spezialschule besucht. Dort hatten man neun Stunden Russisch in der Woche. Heute würde man vielleicht P4-Gymnasium dazu sagen, so ähnlich war das eben nur fürSprachen.
Also das habe ich schon sehr, sehr gern gemacht. Auch Sprachen generell, also Englisch und ich habe sogar die Gelegenheit gehabt Französisch zu lernen. Außerdem habe ich Chemie sehr gemocht, das war meine Lieblingsnaturwissenschaft. Wir hatten auch einen ganz tollen Lehrer und der hat mit uns auch am Nachmittag eine AG gemacht, in der wir auch verschiedene Experimente und Versuche machen konnten zu denen man sonst im Unterricht zu wenig Zeit gehabt hätte. Er konnte das alles auch wirklich so interessant erklären und daran lag es wahrscheinlich teilweise auch das viele aus meiner Klasse Chemie genauso mochten wie ich. Wenn man den Lehrer mag, mag man meistens auch das Fach.
 
Und wie empfanden sie ihre eigene Schulzeit?
Ich bin sehr, sehr gerne in die Schule gegangen. Das ging schon mit dem ersten Schultag los, denn da war ich ganz stolz endlich meine Schultüte zu haben und die hab ich dann auch nicht wieder aus der Hand gegeben, mit dem Effekt, dass sie so schwer war dass ich sie dann auf dem Schulhof verschüttet hab, weil ich mir nicht helfen lassen wollte. Ich hab auch immer wirklich versucht das Beste zu erreichen, was halt die Lehrer auch von mir erwartet haben, da ich eine gute Schülerin war. Meine Mutti war dann nicht immer so glücklich über mich zu Hause. Man hatte da halt sein Ventil und ich war wohl eher zu Hause ein bisschen schwieriger als in der Schule.
 
 
 
Waren sie eine brave Schülerin oder haben sie ihren Lehrern auch Streiche gespielt?
Also ich war schon eine brave Schülerin aber als ich dann ein Teenager war und schon etwas älter habe ich natürlich auch Dinge hinterfragt, mich engagiert und war auch politisch schon recht interessiert. Natürlich habe ich dann auch mit meinen Lehrern diskutiert aber alles auf einer Sachebene. Also man wollte sich wirklich austauschen und das war uns in dem Alter wichtig aber es war zu dieser Zeit schwierig. Man hatte nicht ganz so viele Gelegenheiten so frei und offen zu sprechen wie ihr das jetzt könnt oder es hat einen nun mal mehr gekostet, wenn man es getan hat.
 
Was war ihre schlechteste Schulnote?
Die Fünf. Bei uns gab es ja Noten von Eins bis Fünf und ich hab auch mal eine Fünf geschafft. Jetzt nicht auf dem Endjahreszeugnis aber in einem normalen Test.
 
Wurden ihnen schon Schülerstreiche gespielt und wenn ja, welche?
Ja also nicht sehr viele, aber als ich in meiner zweiten Schule angefangen habe, der Rackwitz POS, kamen viele Schüler aus den umliegenden Dörfern. Das waren mitunter ganz kernige Jungs und die haben auch schon mal Streiche gespielt. Zu Beispiel hatten sie einmal in einer der ersten Stunden die Tafel geschlossen und oben auf der Tafel hatten sie, so versteckt dass ich es nicht sehen konnte, zwei tote Mäuse gelegt und als ich dann die Tafel öffnete fielen die halt runter und ich habe dann mal ein bisschen gekrietscht. Die Schüler haben gelacht und dann war das auch wieder gut.
 
Was ist ihr bisher witzigstes Erlebnis in der Schule gewesen?
Ich weiß nicht ob das so witzig ist aber irgendwo lustig war es schon. Jedenfalls als ich aus Delitzsch weggegangen bin habe ich dann in Radebeul am Sächsischen Bildungsinstitut für die externe Evaluation, das heißt man hat die Schulqualität überprüft, also wie arbeitet die Schule, wie funktioniert sie und dann haben wir unter anderem auch Lehrer-, Schüler- und Elterngespräche durchgeführt. Dort habe ich dann eine ehemalige Schülerin die ich selber zum Abitur gebracht habe und wir haben uns in dem Gespräch die ganze Zeit angeschaut und alle beide haben wir so gedacht  ,Hm…die kannst du doch irgendwoher` und nach dem Gespräch ist sie zu mir gekommen und sagte ,Ja ich war ihre Schülerin erinnern sie sich noch?`und da schloss sich dann der Kreis.
 
Warum wollten sie Schulleiterin werden?
Da gibt es schon eine Reihe von Gründen, beispielsweise das ich gerne Dinge nicht nur für mich persönlich erreichen möchte sondern als Schulleiterin hat man die Möglichkeit Dinge auch zu bewegen, von denen dann alle Schüler und Lehrer profitieren können. Das ist für mich das entscheidendste Argument gewesen.
 
Wie schätzen sie sich selbst als Lehrerin ein?
Fragt meine Schüler. (lacht)  
 
Würden sie etwas am Bildungssystem ändern wollen?
Prinzipiell denke ich, dass man bestimmte Regeln braucht, denn die sind für alle wichtig. Auch wenn sich Schüler manchmal darüber beschweren. Und wenn man gar nicht weiß wo die Grenze ist, dann denke ich, dass es schwierig für alle Beteiligten ist. Ich denke, jeder kennt den Spruch das die Freiheit des Anderen nur soweit geht bis meine beginnt und das geht meiner Meinung nach oft verloren, wenn Menschen einfordern möglichst wenig Regeln zu haben. Allerdings finde ich es auch nicht gut, wenn Dinge überreguliert sind. Man braucht nicht viel um zu regulieren ohne das man die Flexibilität des Anderen einschränkt. )
 
 
 
 
Was würden sie tun, wenn sie im Lotto gewinnen würden?
Also ich bin kein Mathelehrer, aber die Wahrscheinlichkeit ist ja unglaublich gering. Sollte ich allerdings etwas gewinnen würde ich, glaube ich, an meinem Leben nicht so viel ändern wollen. Zum Beispiel würde ich nicht aufhören wollen zu arbeiten, warum auch? Die Arbeit gibt mir eine ganz wichtige Befriedigung, auch neben all dem was man sonst noch in seinem Leben an Dingen tut und ich denke gerade so die soziale Bestätigung ist ein ganz wichtiger Punkt der ja auch im Arbeitsfeld abgedeckt wird oder auch die Zusammenarbeit mit anderen bei der man für andere etwas tun kann. Mir würde dieser Zweig komplett wegbrechen. Jetzt kann man natürlich sagen, wenn man ganz viel Geld hat kann man auch tausend andere Dinge tun und das mag sein. Ich würde zum Beispiel sehr sehr gerne noch irgendetwas ganz anderes studieren oder eine Weltreise machen, denn diese Freiheit könnte man sich ja dann nehmen. Aber ich denke wenn man mit dem Geld, welches einem zur Verfügung steht leben kann, dann bin ich eigentlich zufrieden. Ich weiß nicht ob so ein Sechser im Lotto immer den Menschen glücklich macht, da ich glaube das Geld nicht eines der wichtigsten Dinge ist. Aber jemand der einen guten finanziellen Hintergrund hat kann das ja vielleicht auch viel einfacher sagen als jemand der nicht so viel Geld und finanzielle Probleme hat.
 
Was hätten sie gerne für Super-oder Zauberkräfte?
Manchmal wünsche ich mir ich hätte eine Tarnkappe und könnte mich mal irgendwo hinstellen und horchen was die Leute so sagen. Aber eigentlich weniger eine Superkraft an sich sondern lieber mehrere die man bei Bedarf anwenden kann. Sich zum Beispiel einmal ganz schnell an einen komplett anderen Ort beamen, das wär auch cool. Vielleicht wird das ja von der Wissenschaft irgendwann mal erfunden, wer weiß?
 
Wie sieht ihr perfekter Samstagabend aus?
Hmm….also es gibt zwei Varianten die ich für perfekt halte. In der ersten Variante sitze ich ganz gemütlich mit einem Glas Wein auf meiner Couch, hab mich zugedeckt und höre mir schöne Musik an, lese vielleicht nebenbei noch ein Buch oder träume einfach nur vor mich hin und in der anderen Variante gehe ich weg mit Freunden zum Beispiel ins Theater oder Tanzen. Hinterher dann was Essen oder Trinken während man sich schön unterhält und eine tolle Zeit zusammen hat. Das wären so die beiden perfekten Samstagabende.  
 
Vielen Dank für das Interview, Frau Raupach!

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